Partnerschaft für Fachkräfte in Deutschland

Veröffentlicht von der Bundesagentur für Arbeit www.arbeitsagentur.de

Erklärung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der IG Metall, der IG Bergbau, Chemie, Energie, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks und der Bundesagentur für Arbeit.

Erklärung der Partnerschaft für Fachkräfte in Deutschland

Den gegenwärtigen globalen und konjunkturellen Risiken zum Trotz ist unser Land wirtschaftlich in guter Verfassung. Die Beschäftigung steigt erfreulicherweise und die Arbeitslosigkeit sinkt. Für ausländische Fachkräfte wird der deutsche Arbeitsstandort attraktiver. Darauf dürfen wir uns allerdings nicht ausruhen. Leistungsstarke und wettbewerbsfähige Unternehmen sowie Investitionen in neues Wissen, innovative Technologien, Infrastruktur und vor allem in die Kompetenzen der Arbeitnehmer/innen sind auch künftig wichtige Erfolgsgaranten. Beruflich und akademisch qualifizierte Fach- und Führungskräfte in Industrie, Dienstleistungsbranchen und Handwerk sind eine unverzichtbare Basis für Wachstum, Innovation und Wohlstand.

Derzeit gibt es in einigen Berufen und Regionen bereits Schwierigkeiten, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Aufgrund des demografischen Wandels könnten sich Fachkräfteengpässe zukünftig noch verstärken. Die Sozialpartner, die Unternehmen, die Kammern, die Bundesregierung und die Bundesagentur für Arbeit engagieren sich seit vielen Jahren, um die Sicherung der Fachkräftebasis zu ermöglichen. Wir haben das gemeinsame Ziel, die vorhandenen Potenziale noch besser zu erkennen und mobilisieren. Alle jungen Menschen brauchen eine Chance auf gute Ausbildung. Frauen, ältere Erwerbstätige, Geringqualifizierte und Menschen mit Migrationshintergrund sowie Zuwanderer wollen wir besser und dauerhaft in den Arbeitsmarkt integrieren.

Um unsere Fachkräftebasis angesichts des demografischen Wandels dauerhaft zu sichern, sind wir auch auf Zuwanderung aus dem Ausland angewiesen, die wir mit einer Willkommenskultur flankieren. Internationale Fachkräfte bereichern unsere Gesellschaft und helfen dabei, unsere Wirtschaft wettbewerbsfähig zu machen und unser hohes Wohlstandsniveau zu sichern.

Unsere Partnerschaft für Fachkräfte in Deutschland verfolgt zwei Ziele: Wir wollen Maßnahmen zur besseren Arbeitsmarktintegration dieser Gruppen miteinander abstimmen und deren Weiterentwicklung regelmäßig prüfen. In diesem Sinne wollen wir uns regelmäßig darüber austauschen, wo „es hakt“ bzw. wo die Hemmnisse für eine bessere Integration in den Arbeitsmarkt liegen.

Zugleich wollen wir den sich bereits vollziehenden Wandel in der Arbeitswelt im Dialog von Sozialpartnern, Kammern, Politik und betrieblichen Praktiker/innen auch mit Blick auf die Fachkräftesicherung gestalten. Wir wollen die Beschäftigungsfähigkeit jedes/jeder Einzelnen stärken sowie Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten verbessern. Die gelebte partnerschaftliche Kultur in den Unternehmen möchten wir mit Blick auf die Arbeitsmarktintegration der genannten Gruppen und der Fachkräftepotenziale in Betrieben weiter stärken.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken – Bedürfnisse von Frauen und Familien berücksichtigen

Die meisten Frauen sind heute gut ausgebildet. Die Erwerbstätigenquote von Frauen ist in den letzten Jahren weiter angestiegen. Auch wenn die Ursachen unterschiedlich bewertet werden bestehen immer noch Unterschiede in Bezug auf Arbeitszeit, Entlohnung und Führungsfunktionen.

Wir setzen uns dafür ein, dass Frauen (und Männer) noch stärker die Chance haben, ihre Arbeitszeitwünsche zu realisieren und wir wollen vor allem Frauen in Teilzeit dabei unterstützen, ihr Arbeitsvolumen auszuweiten. Wir wollen die betrieblichen Akteure dabei unterstützen, Lösungen zu finden, die einen größtmöglichen Einklang mit den individuellen und jeweiligen betrieblichen Erfordernissen ermöglichen. Ebenso gilt es, den Übergang von geringfügiger in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu erleichtern. Die Partner stimmen darin überein, dass eine bessere Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt eine möglichst flächendeckende und qualitativ hochwertige, flexible und bezahlbare Kinder- sowie Schulkindbetreuung - auch in den Randzeiten – voraussetzt, damit die betrieblichen Angebote bestmöglich greifen können. Hier sind die Länder in der Verantwortung.

Eine wichtige Voraussetzung für die Erleichterung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind familienfreundliche Qualifizierungs-, Ausbildungs- und Arbeitszeitmodelle in den Betrieben. Die Vereinbarkeit von häuslicher Pflege und Beruf soll durch die Möglichkeiten flexibler Arbeitszeitmodelle weiter unterstützt werden.

Um die Erwerbstätigenquote von Frauen zu erhöhen, muss ihnen der Weg in den Beruf und auch in den Beruf zurück - beispielsweise nach einer Baby- und Erziehungspause - erleichtert werden. Der berufliche Wiedereinstieg nach einer familienbedingten Erwerbsunterbrechung kann durch passgenaue und praxisnahe Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsleistungen unterstützt werden. Diese werden vielfach schon jetzt von der Bundesregierung, der Bundesagentur für Arbeit, den Kammern und Verbänden und auch vielen Unternehmen angeboten. Diese Angebote wollen wir noch bekannter machen und für eine weitere Verbreitung und Nutzung werben und sie gegebenenfalls verbessern.

Weil sich Rollenbilder bereits in der Kindheit verfestigen, müssen wir gemeinsam alle Möglichkeiten nutzen, um Mädchen und junge Frauen stärker auch für MINT- und technische Handwerksberufe zu gewinnen: Angefangen bei guten Vorbildern in den Medien, über Projekte wie den jährlich stattfindenden „Girls‘ Day“, den Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen (www.komm-mach-mint.de), die Initiative „MINT Zukunft schaffen“ und das Nationale MINT-Forum bis zu einer gendersensiblen Berufs und Studienberatung.

Das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ von BMFSFJ und DIHK, bei dem sich mehr als 5.500 Unternehmen für Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen, ist ein wichtiger Partner, um die vielen guten Unternehmensbeispiele, die bereits existieren, in die Fläche zu tragen.

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